Die Kirchensteuer auf der Gehaltsabrechnung

Wer die monatliche Gehaltsabrechnung von seinem Arbeitgeber genau studiert, wird feststellen, dass dort im Normalfall auch bereits die Kirchensteuer abgezogen wurde. Dabei stellen sich jedoch mehrere Fragen: Woher weiß der Arbeitgeber, wie hoch die Kirchensteuer ist? Lässt sich die Kirchensteuer als Sonderausgabe absetzen? Ist die Kirchensteuer nach oben hin unbegrenzt? Die Antworten darauf gibt es hier.

Woher weiß der Arbeitgeber, wie hoch die Kirchensteuer ist?

Die Sätze sind deutschlandweit nicht einheitlich, sondern je nach Bundesland unterschiedlich hoch. Ausschlaggebend für die Bemessung ist dabei der Ort der Betriebsstätte und nicht der Wohnort. Das heißt, für den Arbeitgeber ist der Wohnort des jeweiligen Arbeitnehmers für die Berechnung der Kirchensteuer unerheblich.

Im Normalfall sind die entsprechenden Sätze in der Software für die Lohn- und Gehaltsabrechnung hinterlegt und werden regelmäßig wie alle anderen Steuerinformationen upgedatet. Zusätzlich helfen regelmäßige Mandanteninformationen Steuerberater dabei, ständig auf dem Laufenden zu bleiben.

Lässt sich die Kirchensteuer als Sonderausgabe absetzen?

Die Kirchensteuer ist eine Sonderausgabe und kann deshalb auch unbeschränkt von der Steuer abgesetzt werden. Das funktioniert allerdings nicht automatisch. Um sich einen Teil der Kirchensteuer zurückzuholen, muss sie in der Anlage „Sonderausgaben“ in der jährlichen Steuererklärung eingetragen werden.

Zusätzlich ist es auch noch möglich, beim Kirchensteueramt der jeweiligen Diözese oder der evangelischen Landeskirchen einen Teilerlass auf die Kirchensteuer zu beantragen. Dieser Antrag ist auch noch rückwirkend für die Vorjahre möglich. Ob die Steuer daraufhin zurückbezahlt wird, liegt allerdings allein im Ermessen des Kirchensteueramtes.

Ist die Kirchensteuer nach oben hin unbegrenzt?

Grundsätzlich gilt: Je mehr Einkommenssteuer jemand bezahlt, desto höher sind auch die Abgaben für die Kirchensteuer. In den meisten Bundesländern ist es jedoch möglich, die Kirchensteuer zu kappen.

Die Grenze für die Kappung liegt dabei je nach Bundesland zwischen 2,75 und 4 Prozent des zu versteuernden Einkommens. Die Kappungsgrenze greift immer dann, wenn die zu zahlende Kirchensteuer pro Jahr höher wäre als die Kappungsobergrenze im jeweiligen Bundesland.

Gutverdiener sollten deshalb prüfen, ob eine Kappung bereits möglich ist. In diesem Fall kann ein formloser Antrag bei der zuständigen Diözese oder Landeskirche (beziehungsweise in manchen Bundesländern auch beim Amt) gestellt werden. Wichtig dabei ist, dem Antrag eine Kopie des letzten Steuerbescheids beizulegen.