Informationen rund um die Kirchensteuer

Die Kirche gewinnt bei der Kapitalertragsteuer

Die Kirchensteuer hat derjenige zu zahlen, den die Pflicht zur Kirchensteuer trifft. Mit Beginn des Jahres 2015 wird auf Kursgewinne auch Kirchensteuer eingezogen.

Mit Einführung der Abgeltungsteuer 2009 haben die Geldinstitute angefangen, pauschal 25 Prozent der Anlagengewinne einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Seit dem 1. Januar 2015 gilt das auch für die Kirchensteuer, die je nach Bundesland 8 oder 9 Prozent beträgt. Vor dem Stichtag gab es keine Veranlassung, dass die Bank über die Konfession seiner Kunden informiert war. Mit der Pflicht zum Einbehalt der Kirchensteuer findet nun ein Datenaustausch mit dem Bundeszentralamt für Steuern statt, das den Banken die notwendigen Informationen liefert. Ein Widerspruch gegen diese Datenweitergabe verhindert zwar den Einbehalt der Kirchensteuer durch die Bank, aber das Finanzamt erfährt von dem Widerspruch und der Steuerpflichtige hat die Kirchensteuer über seine Einkommensteuer zu bezahlen.

Die Abgeltungsteuer oder die Kapitalertragsteuer (KapESt) ist bereits bei Zufluss der Erträge gem. § 44 Abs. 1, Satz 2 EStG entstanden. Welche Kapitalerträge den Steuerabzug nachsichziehen, ist abschließend in § 43 Abs. 1 EStG geregelt: Danach fallen Dividenden, Gewinne und andere Erträge aus bestimmten Versicherungsverträgen oder stillen Gesellschaften genauso unter die Kapitalerträge mit Steuerabzug wie Gewinne aus Wertpapiergeschäften oder Options- und Termingeschäften. Auch alle Kurs- bzw. Spekulationsgewinne im Aktienhandel fallen unter die Steuerpflicht. Bis 2009 waren nur dann im Falle von Wertpapieren Steuern zu zahlen, wenn diese innerhalb eines Jahres wieder mit Gewinn verkauft worden waren. Verblieben die Wertpapiere mehr als zwölf Monate im Besitz, unterlag man beim späteren Gewinn durch den Verkauf keinerlei Steuerpflicht. Mit Einführung der Kapitalertragsteuer ist in jedem Fall auf die Aktiengewinne Abgeltungsteuer zu zahlen. Haben sich Aktien vor 2009 im Besitz einer Person befunden – und sind es immer noch – dann werden auf die Erträge der Aktien keine Steuern verlangt.

Bei der Berechnung der Kapitalertragsteuer zählt die Kirchensteuer als Sonderausgabe. Also wird bei einer pauschalen Kapitalertragsteuer von 25 Prozent diese um die Kirchensteuer reduziert, die bei dem Kapitalertrag anfällt. Liegt der persönliche Einkommensteuersatz unterhalb der 25 Prozent Pauschale, besteht die Möglichkeit, sich bei der Steuererklärung den Differenzbetrag erstatten zu lassen.