Informationen rund um die Kirchensteuer

Österreich: Der Kirchenbeitrag

2_euro Vatikanmünze Serie 3 - 2006 - Benedikt XVIIn Österreich wird die Kirchensteuer in Form eines „Kirchenbeitrags“ für die katholische und evangelische Kirche erhoben. Darüber hinaus bezahlten die Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinden bis 1998 eine „Kultussteuer“.

 

Gesetzliche Grundlage für die Erhebung dieses Kirchenbeitrags ist das „Gesetz über die Erhebung von Köchen Beiträge im Lande Österreich“ aus dem Jahre 1939. Seinerzeit wurde das Kirchenbeitragsgesetz als Ersatz für die Beschlagnahme des Religionsfonds und die Abschaffung der staatlichen Zuschüssen eingeführt.

 

Nach diesen Kirchenbeitragsgesetz erfolgt die Einziehung des Kirchenbeitrages im eigenen Verantwortungsbereich der Kirchen – in der katholischen Kirche über eigenständige Kirchenbeitragsstellen, in der evangelischen Kirche unmittelbar über die Pfarrgemeinde. Die Kirchenbeiträge sind dabei nach der Rechtsprechung des österreichischen Verfassungsgerichtshof zivilrechtliche Verpflichtungen1.

 

Bemessungsgrundlage für den Kirchenbeitrag ist das Bruttojahreseinkommen. Gleichzeitig Kirchenbeiträge bis zu einem Höchstbetrag von 200 € bei der Einkommensteuer absetzbar, § 18 Abs. 1 Ziff. 5 EStG.

 

In der katholischen Kirche beträgt der Kirchenbeitrag 1,1 % des steuerpflichtigen Einkommens abzüglich eines Absatzbetrages von 49 €. Hierbei gibt es allerdings zahlreiche Ermäßigungen wie etwa für Alleinverdiener, Kinder, Senioren und außergewöhnliche Belastungen. Für Forst-und Landwirte erfolgt eine gesonderte Berechnung des Kirchenbeitrages.

 

In der evangelischen Kirche betritt der Kirchenbeitrag 1,5 % des steuerpflichtigen Einkommens abzüglich eines Betrages von 44 e. Darüber hinaus bestehen auch hier Freibeträge für Alleinverdiener und Kinder.

  1. VfGH, VfSlg. 3039/1956, 9199/1981 []